Kurdramen oder „Fahr auf Mutter-Kinder-Kur, da erlebst du was!“

Achtung! Viele lange Schachtelsätze! Eine Spezialität von mir, wenn ich so richtig rasend bin vor Wut…

… wenn es für mich in stressigen Zeiten normal ist, mehr Süßigkeiten zu essen als sowieso schon, was sicher nicht die Lösung ist, mir aber die Nerven wieder etwas stärkt, dann ist ein Tag, an dem ich weder zur Ruhe komme, noch nicht einmal allein auf die Toilette gehen kann, weil die Kleine nicht will, dass ich die Tür schließe und ich wegen eines Magen-Darm-Viruses keine Süßigkeiten essen darf – HÖCHSTSTRAFE!

Hinzu kommt, dass ich hierhergekommen bin, weil mein Erschöpfungsgrad in den letzten Wochen sich immer mehr verschärft hat und nun darf ich mit den Kindern weder das Zimmer verlassen – außer um mal spazieren zu gehen, was wir aber bei den vorherrschenden Temperaturen auch nicht stundenlang machen können, geschweige denn, dass ich sie mal für ein paar Stunden in den Kindergruppen abgeben könnte – ganz abgesehen von den Anwendungen, die ich gerne auch wahrnehmen würde, dringend nötig habe und ersehne, aber nicht darf…

Geh auf Kur und du erlebst etwas!!! Dabei bin ich mir sicher, keinen Abenteuerurlaub gebucht zu haben, sondern nur Entspannung und mehr Zeit für mich gewollt zu haben…

Weitere wirklich sehr störende Dinge sind die Nichteinhaltung der Mittagsruhe, die hier quasi nicht stattfinden kann, weil auf dem Flur entweder Reinigungskräfte ihr überhohes Pensum beklagen, das sie durch die ganzen Kranken haben (zur Höchstleistung waren 30(!) von 60 Familien betroffen!!!), die Wäschewagen durch die Gänge klappern oder die Essenskisten wieder abgeholt und mit einem ratternden Wagen in den Fahrstuhl geschoben werden. Wenn dann noch ein paar Kinder schreien, kommt nicht mal für 10 Minuten Ruhe rein!

Da wir hier unser Essen auf dem Zimmer einnehmen dürfen, werden wir vor jeder Mahlzeit angerufen, was wir denn gerne hätten – manchmal morgens um 7 Uhr, wenn wir nach schwerer Nacht gerade noch in tiefem Schlaf liegen. Manchmal aber auch in der Zeit, in der wir gerne schon auf einem Spaziergang wären. Oder es wird gebracht, wenn noch keiner da ist, weil die Zeitspanne zwischen Anruf und Essen mit kleinen Kindern auf einem bergigen Weg schnell vergeht.

Dass das eh schon nicht superwarme (von heiß brauchen wir in diesem Zusammenhang nicht zu reden) Essen heute auch noch durch einen Feueralarm gestört wurde, ist ärgerlich, kann aber natürlich nicht der Organisation des Kurhauses angelastet werden. Als wir wieder auf den Zimmern waren, hat die Kleine das Essen komplett verweigert und die Große drin herumgestochert und ich habe gehofft, dass ich es einfach bei mir behalten würde, denn eine Verlängerung der Frist, die wir hier in Quarantäne verbringen müssen, würde meine letzten Kräfte endgültig aufbrauchen.

Ein Abbruch der Kur steht für mich eigentlich nicht zur Debatte, ich versuche aus der Situation mit den Kindern das Beste zu machen und wir haben sogar schon auf dem Bett sitzend zusammen zur Gitarre gesungen, aber es geht an und über die Grenzen meiner kaum noch vorhandenen Nerven und Energie.

Der dritte Tag im eigenen kleinen Winzzimmer – in dem es noch nicht einmal einen Tisch gibt, an dem wir zu den Mahlzeiten, die wir hier einnehmen müssen, sitzen könnten – ist allerdings eine harte Probe! Immerhin haben wir es schon geschafft, alle zu duschen, das Zimmer ist geputzt und die Betten sind neu bezogen.

Mittlerweile zieht die Kleine nach der Lieferung des Essens und meinem „Esseeeen“-Ruf mit ihren knapp zwei Jahren schon wie automatisch die mitgebrachte Plastikkiste unter dem Bett hervor und setzt sich drauf. Die Essenskiste dient uns als Tisch und die Große sitzt auf dem Bett, ich auf dem einzigen vorhandenen Stuhl. Hätte ich nicht am ersten Tag entschieden, dass wir zur Verbindung der beiden Zimmer mit dazwischenliegender Nasszelle einzig den Weg durch das Bad nutzen würden, wäre noch weniger Platz zum Sitzen, bzw. irgendetwas würde immer im Weg herumstehen… So können wir von beiden Seiten etwas vor die Tür stellen, ohne dass es stört.

Apropos stören:
Ansonsten gibt es für die Kids Dauerfernsehen und ich versuche ab und zu mal eine Seite in meinem spannenden Buch zu lesen.
Wenn wir nicht in dieser misslichen Lage wären, ihn ab und zu auch mal anmachen zu müssen – um nicht durchzudrehen – würde mich der Fernseher noch mehr stören, als er das so schon tut – ein dickes klobiges Teil von der Firma SABA, das die Hälfte der Schreibtischfläche einnimmt und für dessen Marke es im Zusammenhang mit meiner wohlweislich auf einen Tipp hin mitgebrachten Universal-Fernbedienung und der dazugehörigen Codeliste zum Aktivieren derselben, noch nicht einmal die Marke, geschweige denn einen Eintrag gibt!

Und der Horror sind dann die abwechselnden Ansagen der Kinder: „Bauch – weeh!“
Oh nein, da bekommt man ja schon beim Gedanken panik-motivierten Durchfall! Ich mag nicht mehr! Zum Glück hat sich das Ganze dann immer eher als Verstopfung als als etwas anderes herausgestellt! Puuuh!!! *Schweiß von-der-Stirn-wisch*

Und wenn diese Haftzeit am morgigen Mittwoch dann endlich vorbei ist, kann die Kur mal so richtig losgehen!!!

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